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Bei airberlin hatte ich noch einige Topbonus Meilen, die zum Jahresende 2010 verfallen sollten. Eigentlich wollte ich sie dazu nutzen im Februar ein wenig Sonne und Wärme zu bekommen, da blieben dann ja nur Kanaren oder Ägypten zur Auswahl. Da mir La Palma als einzige der großen Inseln noch fehlte, entschied ich mich für den Flug Santa Cruz - Hamburg. Noch die weiteren Flüge und Hotel dazu gebucht und dann im Februar wegen Krankheit alles wieder stornieren/ umbuchen dürfen. Plan B, in der Hoffnung, dann wieder fit zu sein, war meinen Geburtstag im Juni dort zu feiern, also zumindest den Prämienflug auf Santa Cruz - Berlin Ende Juni umgebucht. Als dann abzusehen war, dass ich wohl fliegen kann, hab ich Anfang Juni dann den Hinflug gebucht, Ryanair ab Frankfurt/ Hahn nach Teneriffa/ Süd und dann von Teneriffa/ Nord mit Binter Canarias nach Santa Cruz de la Palma. Als Hotel entschied ich mich 3 Tage vor Abflug für das H10 Taburiente Playa in Los Cancajos direkt am Flughafen, die erste Nacht wollte ich im Schwester-Aparthotel H10 Costa Salinas verbringen, weil ich so kurzfristig über TUI das Hotel nicht mehr zum Anreisetag buchen konnte.

Es ist Donnerstag und der Rucksack ist für 10 Tage Urlaub gepackt. Da ich Ryanair nicht auch noch 25 Euro Gepäckgebühren zukommen lassen wollte, entschied ich mich mit einem Stück Handgepäck mit maximal 10kg auszukommen. Am Nachmittag geht es zunächst mit dem CLEX von Chemnitz nach Leipzig, nach einem kurzen Stopp in der DB Lounge geht es dann erste Klasse mit dem ICE weiter nach Frankfurt (M) Hbf. Hier habe ich nun planmäßig rund 4 Stunden Aufenthalt bevor es mit dem Bohr Bus um 3 Uhr nachts weiter zum Airport Hahn gehen sollte. Ich mache es mir mit einem Kaffee bei Mc Donalds bequem und stelle schnell fest, dass ich mich am Hamburger Hbf. einiges wohler fühle. Kaum sitze ich, werde ich auch schon das erste und in dieser Nacht auch nicht das letzte Mal angebettelt. Der Mc Donalds macht auch eher einen siffigen Eindruck. Zum Glück werde ich rund 3 Stunden telefonisch unterhalten, ich glaube die Person hat jetzt noch ein Trauma von der Hintergrundmusik, die beim Goldenen M lief.

Der Bus fährt pünktlich um 3 Uhr ab und ich schlafe rund eine Stunde. Nach etwa 100 Minuten Fahrzeit erreiche ich zum ersten Mal den Nabel der deutschen Loco-Welt. Es ist schaut schlimmer aus als ich es mir vorgestellt hab. Durch die Sicherheitskontrolle geht es gleich in den Abflugbereich, dort bereite ich mich seelisch auf den bevorstehenden Flug vor. Wie vor jedem Ryanair Flug schließt man sich irgendwann dem Herdentrieb an und stellt sich eine halbe Ewigkeit vor dem Einsteigen in die Schlange damit man auch ja noch einen Platz im Flieger bekommt.

Und dann geht das Gerenne los. Mein Flieger steht auf Position A6 einige Schritte vom Terminal entfernt. Von allen Gates kommend, werden die verschiedenen Maschinen gestürmt. Ich entscheide mich an Bord der EI-EME für einen Fensterplatz in der letzten Reihe, da man die Rückenlehne bei FR sowieso nicht zurückstellen kann, ist nur die Nähe zur Toilette ein Nachteil. Leider wird die Maschine sehr voll, sodass ich meine Reihe mit zwei mit Passagieren teilen darf. Noch vor Abflug weiß ich schon nicht mehr, wie ich meine Beine verstauen soll.

Pünktlich geht es dann los Richtung Süden. Kurz nach dem Abheben schlafe ich ein, leider nicht so lange wie gehofft. Schon vor Madrid werde ich wach und kann auch nicht mehr einschlafen. 3 Stunden bis Teneriffa und ich empfinde das Sitzen langsam als unerträglich. Die Zeit geht und geht nicht vorbei. Als ich endlich die ersten Lavainselchen unter dem Flugzeug entdecke, schöpfe ich Hoffnung, dass es bald geschafft ist. Nach 4 Stunden und 15 Minuten hat die Maschine endlich spanischen Boden unter den Rädern. Da wir zu früh gelandet sind, feiert sich Ryanair natürlich noch mit ihrer Fanfare. Ich will nur noch raus.

Hörbeispiel

Geschafft! Es ist ein tolles Gefühl die warme spanische Luft beim Verlassen der Maschine zu spüren, 3 Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal in Spanien war. Auf Gepäck muss ich ja nicht warten und kann erst mal schauen, wo die Bushaltestelle ist. Da ich keine Lust habe auf dem Weg zum anderen Flughafen umzusteigen und ich sechs Stunden Zeit eingeplant hatte, wartete ich auf den Expressbus, der unter anderem die beiden Flughäfen verbindet. Gegen 12 Uhr geht es dann in knapp 45 Minuten in den Norden der Insel. Im Gegensatz zum Süden ist es hier aufgrund der Lage ganz schön frisch. Dass meine Frage nach einem früheren Flug aufgrund der billigsten Buchungsklasse verneint wird, war mir schon vorher klar, trotzdem war es einen Versuch wert. Um 16 Uhr geht es dann auf den kurzen Flug nach Santa Cruz. Der Flug wird von NAYSA mit ATR72-200 im Wetlease für Binter Canarias durchgeführt.

Teneriffa - Flughafen Nord_1

Mein dritter NT Flug und noch nie das Original erwischt, dafür Flightline und die inzwischen insolvente Futura. Daher beschwere ich mich nicht. Auf dem 25 minütigen Flug gibt es einen Schokoriegel und einen Becher Wasser. In Santa Cruz ist gerade auch die airberlin aus Düsseldorf gelandet, von der Maschine aus Berlin ist nichts zu sehen. Die hat heute 3 Stunden Verspätung, na hoffentlich nicht auch nächste Woche. Wieder muss ich nicht auf Gepäck warten und kann gleich den Bus Richtung Santa Cruz suchen. Das Touristenzentrum Los Cancajos ist nur wenige Fahrminuten entfernt und bereits 25 Minuten nach Landung beziehe ich mein Apartment für die erste Nacht.

La Palma - H10 Costa Salinas_1

Das Apartment hat eine schöne Größe, wirkt aber ein wenig renovierungsbedürftig. So komplett sauber ist es auch nicht, aber alles das stört mich bei einer Nacht nicht weiter. Ich besorge mir schnell im Spar Markt nebenan etwas Baguette, Salchichon und ein kühles Bier und mache es mir auf dem Balkon gemütlich. Danach geht es nochmal eine kurze Runde um die Anlage. Fix und fertig aber glücklich endlich im Urlaub zu sein, lege ich mich um 19 Uhr kurz, so der Plan, ins Bett und wache allerdings erst am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder auf. Zum Frühstück gibt es nochmal dasselbe wie am Abend davor. Danach packe ich meine Sachen wieder zusammen, da ich keine Lust habe alles wieder in den Rucksack zu stopfen, werde ich mit einigen Plastiktüten, Spar sei Dank, ins Hotel umziehen. Um 11 Uhr checke ich dann aus und gehe die 50 Meter ins benachbarte Hotel. Abgesehen davon, dass ich nicht ganz so herunter gekommen aussehe, könnte ich mit Rucksack und Plastiktüten gut an den Frankfurter Hbf. passen.

Obwohl es heißt, dass Checkin erst ab 15 Uhr möglich ist, bekomme ich bereits jetzt mein Zimmer. Der erste Blick vom Balkon lässt gleich mein Herz höher schlagen. Ich habe einen super Ausblick auf den Flughafen, da hier ja kaum Verkehr ist, wird der Fluglärm auch kein Problem sein.

La Palma - H10 Taburiente Playa_3

La Palma - H10 Taburiente Playa_5

So, nun war ich endgültig angekommen und der Urlaub kann beginnen. Den restlichen Samstag nutze ich dazu faul am Strand zu liegen und natürlich freue ich mich auf das von meinen Eltern so gelobte Abendbüffet. Und in der Tat ist das Essen wirklich gut, da kenne ich aus der Türkei oder Tunesien deutlich schlimmeres. Man kann sich auch daran gewöhnen, dass es jeden Morgen Sekt und Kaviar zum Frühstück gibt. Ich werde jedenfalls die nächsten Tage immer aus dem Restaurant rollen, weil ich so viel gegessen hab. Schadet mir im Moment auch nicht wirklich.

La Palma - H10 Taburiente Playa_1

Sonntag ist das Wetter nicht so wirklich toll, also geht es nach dem Frühstück bis nachmittags noch mal zurück ins Bett. Danach nochmal eine Runde an den Strand zum Schlafen. Achja, wer auf groß Party oder so steht, der ist auf La Palma eher an der falschen Stelle. Daher genieße ich zum "Reinfeiern" in meinen Geburtstag am Strand den tollen Blick auf den Sternenhimmel. Ohne viel Lichtverschmutzung sieht man hier viel mehr Sterne als in Deutschland. Ich glaube nicht wirklich dran, dass der klare Himmel bis zum nächsten Morgen durchhält, doch diesmal erwache ich bei schönstem Sonnenschein. Der perfekte Tag für einen Geburtstagsausflug.

Ich stresse mich nicht und mache mich gegen 10 Uhr auf den Weg. Mit dem Bus geht es zunächst nach Santa Cruz, der Hauptstadt von La Palma. Hier habe ich noch etwas mehr als eine Stunde Zeit bis mein Anschlussbus fährt. Das reicht aus um die das Städtchen anzuschauen. Gefällt mir schon, ist halt recht übersichtlich, aber das gilt hier für alle Städte.

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Es geht weiter nach Fuencaliente in den Süden der Insel. Die Fahrzeit beträgt knapp 90 Minuten. Vor lauter Kurven wird mir ziemlich übel, passiert mir neuerdings auch in Deutschland beim Zugfahren. Echt blöd. Fuencaliente oder Los Canarios, wie es neuerdings heißt, hat nicht wirklich viel zu bieten.

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Allerdings hat man von hier Zugang zum Besucherzentrum am San Antonio, einem Vulkan, den man am Kraterrand einmal halb umrunden kann. Außerdem geht von hier ein Wanderweg über knapp 6km zur Küste runter. Da die Busse so blöd fahren, war der Tagesplan, dass ich mir zuerst den San Antonio anschaue und dann nach Faro de Fuencaliente laufe um von dort zurück zufahren nach Fuencaliente und dann von dort zurück zum Hotel. Für das ganze waren gut 2,5 Stunden eingeplant, sonst hätte ich nochmals zwei Stunden auf den nächsten Bus warten müssen. Daher halte ich mich auch nicht wirklich lange im Besucherzentrum auf und marschiere erst mal auf den San Antonio.

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Danach mache ich mich auf den Weg Richtung Küste, 6,3km die vor mir liegen. Schon auf den ersten paar Metern frage ich mich, ob ich es mir auch gut überlegt habe, am frühen Nachmittag, alleine, in der Hitze über losen Geröll Richtung Küste zu laufen und dabei 600 Höhenmeter zu überwinden, zum Glück nur abwärts.

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So rutsche ich dann langsam vor mich hin und freue mich, dass auf rund 3km eine befestigte Schotterpiste ein schnelles vorankommen zulässt. Am Vulkan Teneguia, der übrigens erst 1971 ausbrach und das Land über das ich laufe nur 14 Jahre älter ist als ich, treffe ich dann die einzigen Leute auf der ganzen Strecke. Die Einsamkeit und Landschaft entschädigt für das Schwitzen und Vollstauben. Ich liebe diese karge Vulkanlandschaft, die verschiedenen Farbtöne von Schwarz bis Rotbraun. Die Flechten und Sträucher die diese Landschaft für sich einnehmen.

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Nach gut 90 Minuten erreiche ich das Ende des Weges, zum Abschluss überwinde ich noch einige unwegsame Stellen auf dem Hosenboden bevor es mich kurz vor der Ziellinie noch hinhaut. Die Strecke hat sich auf jeden Fall gelohnt und zur Belohnung gönne ich mir ein kurzes Bad im Atlantik.

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Danach schaue ich mir noch die Salinen an, kaufe 1kg Meersalz und warte auf den Bus zurück nach Los Canarios. Nach 25 Minuten Fahrt stehe ich wieder dort an der Bushaltestelle und warte auf den Bus Richtung Santa Cruz, welcher mit leichter Verspätung, sofern man das so nennen kann, weil feste Zeiten gibt es hier nur am Start, kommt. Dort habe ich Glück, dass der vorherige Bus Richtung Flughafen kaputt gegangen ist und erst ein Ersatzbus her muss. Den deutschen Rentner-Urlaubern, die bereits im kaputten Bus saßen und nun wechseln mussten, passte das natürlich überhaupt nicht und kommentierten das Ganze entsprechend. Wieder mal ein Moment, wo ich mich schäme Deutscher zu sein. Ich verkneife mir die Bemerkung, dass wir doch Urlaub hätten und entsprechend Zeit. Zurück im Hotel erwartet mich eine, inzwischen warme, Flasche Cava, der billigsten Sorte. Ich hätte meinem Verlangen nachkommen soll und einmal Formel 1 Sieger spielen und den Flaschen Inhalt vom Balkon verspritzen sollen. Da ich aber noch ein paar Tage vor mir hatte, verzichtete ich darauf.

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Am Dienstag waren dann wieder Strand und Baden angesagt, am Mittwoch wollte ich eigentlich mit dem Bus via Los Llanos nach Puerto de Tazacorte um von dort zum Mirador de Time hoch zu laufen. Von dort sollte es dann mit dem Bus einmal nördlich um die Insel herum nach Santa Cruz zurückgehen. Als ich gegen 11.15 Uhr allerdings in Los Llanos aus dem Bus steige, reicht mir die Hitze bereits um die Planung zu ändern. Ich schaue mir schnell die Innenstadt an.

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Und fahre dann mit dem Bus nach Puerto Naos, dem zweitgrößten Touristen Ort von La Palma. Es ist sehr überschaubar dort. Und warum der Strand karibisch wirken soll, wegen den paar Palmen, verstehe ich auch noch nicht.

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Eigentlich wollte ich weiter zum Playa de las Monjas, eine Bucht weiter südlich, doch vor lauter Bananenplantagen und Wegen dazwischen habe ich den richtigen Weg verpasst und nach einem Fehlversuch aufgegeben. Am Ende lande ich in Charco Verde, immerhin fährt von hier der Bus zurück.

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Es ist so was von heiß, dass ich vor Hitze fast umkomme. Daher freue ich mich auf ein erfrischendes Bad. In der Bucht unten geht kaum Wind und ich beschließe mit dem nächsten Bus zurück nach Los Llanos zu fahren, um eventuell noch die Inselumrundung anzugehen. Ein genauerer Blick auf den Busfahrplan zeigt aber, ich hätte das auch früher feststellen können, dass der Bus für die halbe Runde knapp 4 Stunden braucht. Das ist mir nun doch etwas viel, zumal ich dann erst nach dem Abendessen wieder im Hotel wäre, wobei mir nach vier Stunden Geschaukel im Bus wahrscheinlich eh so übel gewesen wäre, dass ich nichts mehr runter bringen würde. Daher verschiebe ich das ganz mal auf den nächsten Tag und will auf direkten Weg nach Santa Cruz zurück.

Blöderweise hat die Bucht auf zwei Seiten eine Zufahrt und ich hab keinen Plan, wo der Bus hier hält, Schilder stehen hier eher mal zufällig irgendwo. Bei meinem Glück verpasse ich natürlich den nächsten Bus und darf noch mal 30 Minuten warten, immerhin hatte ich nun gesehen, wo die Haltestelle ist. Ich schleppe mich noch einmal in die Bucht hinunter, halte meinen Kopf unter die Dusche um mich etwas abzukühlen und laufe auf der anderen Seite wieder hoch. Oben angekommen sind die Haare schon wieder trocken und mir ist wieder heiß. Schatten gibt es auch nicht wirklich, herrlich. Nach 20 Minuten sitze ich endlich im kühlen Bus und stehe kurz darauf wieder in Los Llanos an der Busstation und nehme den nächsten Bus nach Santa Cruz. Heute bin ich so schlau, dass ich nicht mehr bis zur Hauptstadt fahren muss, sondern es eine Bushaltestelle auf der Schnellstraße oberhalb Los Cancajos gibt. Dort steige ich heute aus und spare mir Zeit und Geld für den Umweg und laufe das letzte Stückchen. Außerdem hab ich so noch einmal eine schöne Aussicht von der anderen Seite aus auf den Ort und die beiden Badebuchten. Nichts gemacht aber ich fühle mich total kaputt.

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Für den Donnerstag hatte ich mir ja eigentlich vorgenommen, dass ich die "Nord"-Tour nachhole. Da das Wetter aber schon wieder so schön ist und es zugleich der letzte volle Tag ist, beschließe ich, dass ich heute nur an den Strand gehe. Man muss es ja nicht übertreiben mit Sightseeing. Da mir die Insel bisher sehr gefallen hat, ist die Wahrscheinlichkeit nämlich sehr hoch, dass ich hier wieder herkomme.

La Palma - Los Cancajos_1

Am Freitag heißt es wieder Rucksack packen. Vor dem Auschecken um 12 Uhr gehe ich noch ein wenig an den Strand, danach setze ich mich noch ein bisschen an die Strandpromenade, laufe etwas herum und genieße die letzten Minuten.

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Gegen 15 Uhr mache ich mich dann mit dem Bus auf den Weg zurück zum Airport. Hier ist schon das halbe Chaos ausgebrochen. Die alte Abfertigungshalle ist viel zu klein um gleichzeitig mehrere Charterflüge abzufertigen. Normalerweise fliegen hier nur ein paar ATR und ein Iberia Flug nach Madrid am Tag. Ein neues Terminalgebäude ist wohl kurz vor der Eröffnung.

Für die zwei airberlin Abflüge sind drei Schalter offen. Ich stehe rund eine Stunde in der Schlange und so wirklich voran geht es nicht. Highlight ist mit Sicherheit der Topbonus Silver Card Inhaber, der meint, dass Karte wedeln genügt und man ihn deshalb vorlassen müsse. Wer die Aktion mitbekommt, findet es eher peinlich und lacht über den Herren, so auch ich. Das Versprechen für Priority Checkin gilt ja nur für Flughafen, wo es einen extra Schalter gibt und nicht als Lizenz zum Vordrängeln, wenn es diesen Schalter nicht gibt. Einfach nur peinlich. Als noch 50 Minuten bis zum Abflug sind, werden die Passagiere nach Berlin vorgebeten, denn der Flug nach Düsseldorf geht eine halbe Stunde später. Also hat für mich das Warten auch endlich ein Ende und ich überhole kurzzeitig den Vordrängler, der nach Düsseldorf möchte. Dass er sich nicht an den Aufruf "NUR BERLIN!" hält, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen, so ist er dann doch noch vor mir eingecheckt. Durch die Sicherheitskontrolle geht es dann in den kleinen Wartebereich. Etwa 30 Minuten vor Abflug sind noch immer nicht alle Passagiere für Berlin eingecheckt, man schafft es aber nun über die Lautsprecheranlage eine entsprechende Ansage zu machen.

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Das Einsteigen beginnt kurze Zeit darauf und es scheinen inzwischen auch alle Passagiere ihren Weg zum Checkin gefunden zu haben, sodass es eigentlich losgehen konnte. Per Lautsprecheransage werden Herr und Frau H. gebeten sich bei der Crew zu melden. Nichts passiert. Die erneute Ansage lautete dann in etwa so, dass sich Herr und Frau H., die nach Düsseldorf fliegen, sich bitte melden mögen, da diese Maschine nach Berlin fliegen wird. Dass es allerdings erst losgeht, wenn sie ausgestiegen sind. Immerhin hat das gewirkt und es tut sich etwas. Kurz darauf können dann endlich die Türen geschlossen werden und es kann zurückgehen nach Deutschland.

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Flugzeit rund 4 Stunden und 40 Minuten. Da die letzte Reihe frei bleibt, bitte ich meine beiden Sitznachbarn, dass sie mich rauslassen und ich ziehe in die letzte Reihe um, welche ich den ganzen Flug für mich alleine habe. Traumhaft dieses Platzangebot im Vergleich zum Hinflug.

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Beim Abflug kann ich noch einen letzten Blick auf mein Hotel werfen. Der Flug ist eigentlich unterhaltsam, dafür sorgen meine Mitpassagiere und die Crew. Das Vorurteil, dass man als Flugbegleiter bei airberlin kein Englisch können muss, scheint voll bestätigt zu werden. Die Ansagen einer der Flugbegleiterinnen könnten auch von einem Schulmädchen stammen, das gerade angefangen hat Englisch zu lernen, so klingt das Ablesen des Textes zumindest. Ich habe mir auf diesem Flug mal die Sansibar Currywurst für 6,50 Euro bestellt, da ich schon die schlimme Vorahnung hatte, dass das Baguette, was es gratis gibt, einfach nicht schmecken wird. Die Currywurst war auch wirklich lecker.

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Danach wurde ich dann noch gefragt, ob ich denn noch eine Käse oder Wurst Baguette möchte. Meine Nachfrage, um welche Wurst es sich denn handeln würde, wurde stotternd mit "das ist wohl Serrano Wurst" beantwortet. Ich kann mir ein Grinsen nur verkneifen und nehme die Serrano Wurst, die sich später dann aber als Salami herausstellt.

La Palma - Rueckflug_1

Das Brötchen ist viel zu trocken, die Senfbutter ist dünn draufgekratzt und der mickrige Streifen Paprika macht es auch nicht saftiger. Schade drum, aber ich kriege das nicht runter. Immerhin war man mit den Getränken nicht geizig und es gab 4 Getränkerunden auf dem Flug. Später noch ein paar Kekse und einen Schokoriegel.

Aber nochmal zurück zur Unterhaltung. Auf der anderen Seite des Ganges saß ein Pärchen, wo er dann nach dem Start erst mal eine Bierdose aus der Tasche holte. Der Purser machte ihn dann irgendwann darauf aufmerksam, dass das Trinken mitgebrachten Alkohols an Bord verboten sei, er aber noch austrinken dürfte aber nicht auf die Idee kommen sollte noch eine Dose auf zu machen. Während irgendwelche lustigen Clips im Bordprogramm liefen, waren die beiden die einzigen, die lautstark das Flugzeug zusammen lachten. Ein anderer Passagier hat dann nach der Landung noch seine Telefonnummer an eine der Flugbegleiterinnen verteilt mit der Bitte, dass sie sich doch mal melden möge, wobei die gut zusammen passen würden. Der Flug war jedenfalls sehr kurzweilig und gegen 22.50 Uhr sind wir dann in Berlin Tegel gelandet.

Das Gepäck dauerte noch eine Weile, dieses Mal hatte ich meinen Rucksack aufgegeben. Dann ging es für mich mit Bus und U-Bahn Richtung JGH Berlin in Wedding, wo ich noch zwei Nächte zwecks eines Treffens mit einer Bekannten und Berliner CSD verbringen wollte. Statt meines gebuchten Einzelzimmers bekam ich ein Vierbett-Zimmer für mich. Fand ich recht lustig, weil ich sonst eher weniger die Chance habe, mal in einem Etagenbett zu schlafen.

Berlin - JGH Berlin_1

Aufgrund des vorherrschenden Lärms war vor 2 Uhr nachts aber nicht an Schlaf zu denken und auch ab 7 Uhr war die Ruhe vorbei. Leider ist das Haus sehr hellhörig, wer Ruhe braucht, sollte Ohropax benutzen oder in ein richtiges Hotel gehen. Das Frühstück war ganz ok. Den Samstagnachmittag verbrachte ich dann mit der eher mäßigen bis miesen CSD Parade, abends traf ich mich zu ‘nem asiatischen AYCE Buffet mit meiner Bekannten und danach machten wir noch eine CSD Party unsicher.

Berlin - CSD Parade_1

Leider war am nächsten Morgen ab 7 Uhr schon wieder nicht mehr an Schlaf zu denken, sodass inzwischen die Erholung von einer Woche La Palma gänzlich zunichte war. Bis zum frühen Nachmittag hängen wir bei Kaffee in einem Balzac ab, dann geht es nochmal zum Flughafen Tegel meine Bekannte wegbringen und gegen 18 Uhr geht es dann für mich mit dem Vogtland Express von Berlin zurück nach Chemnitz.

Als Fazit möchte ich an dieser Stelle nicht den Urlaub zusammenfassen, sondern euch einfach mitgeben, dass ihr vielleicht öfter einfach mal das machen sollt, worauf ihr Lust habt oder wovon ihr träumt, und dies nicht immer in die Zukunft verschieben, weil man ja Zeit hat, das später mal zu machen. Es kann schneller passieren als man denkt, dass man vielleicht nicht mehr in der Lage dazu ist. Das ist mir in den letzten Monaten sehr bewusst geworden: Also träumt nicht vom Leben sondern lebt eure Träume! Denkt mal darüber nach. PS: Ich hätte nichts gehabt, was ich bereut hätte, nicht getan zu haben.

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