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Im Mai gab es bei TUIfly das Angebot, dass man für jeden gebuchten Juni-Flug einen Gratisflug im November dazu bekam. So beschlossen wir im November nach Tel Aviv und Kairo zu fliegen, als erstes stand jetzt Israel an.
 
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Am Donnerstagabend ging es zum Hamburger Flughafen, wo um 19:30 Uhr der Flug nach Tel Aviv starten sollte, wegen der Streckenrechte einer der wenigen Flüge, die noch unter alter Hapag-Lloyd Flugnummer HF durchgeführt werden. Am Checkin war nichts los und ich hatte schnell eingecheckt, machte mich dann auf Richtung Gate, bei Israelflügen gibt es zwei Sicherheitskontrollen, brauchte aber jeweils kaum warten.
 
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Fast pünktlich ging es dann los Richtung Tel Aviv. Irgendwie nerven mich inzwischen Flüge, auf denen hauptsächlich typische Charterpassagiere sind, das Einsteigen dauert immer ewig und auch sonst gibt es irgendwie immer Chaos an Bord, so auch heute. Die Flugzeit sollte 4:10 Stunden betragen, somit dennoch pünktliche Ankunft um 00:40 Uhr Ortszeit. Es gab kurz nach dem Start ein leckeres Essen, Hähnchen Piccata und kurz vor der Landung nochmal eine Getränkerunde. Der Flug ging schnell vorbei.
 
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Am Flughafen hat man dann noch ein gutes Stück zu gehen, so waren dann fast alle älteren Herrschaften überspurtet und an der Einreisekontrolle kaum Wartezeit. Da mein Reisepass neu ist, wollte ich keinen Stempel bekommen, wer weiß, wo mir das in den nächsten Jahren mal Probleme bereiten könnte. Nach dieser Erklärung wurde mir mein Wunsch gewährt. Leider war das Gepäck etwas langsam, noch knapp 20 Minuten warten bis endlich mein Koffer kam. Ich wurde im Ankunftsbereich schon von Bekannten erwarten, die bereits einige Tage dort waren. Es ging zum Mietwagen, der von einem Sattelschlepper zugeparkt war, kurzer Hand über das Blumenbeet ausgeparkt. Und dann ab Richtung Mercure B&P in Tel Aviv, keine 5 Minuten vom Strand entfernt.

Im Hotel noch schnell eingecheckt, hat etwas gedauert bis wir erklärt hatten, dass nun aus dem einen Einzelzimmer ein Doppelzimmer wird, dafür hat es den Rezeptionist dann umso mehr gefreut. Dann schnell aufs Zimmer und ins Bett, denn vier Stunden später um 6:15 Uhr sollte schon wieder der Wecker klingeln. Bevor der Sabbat das Leben lahmlegt, wollten wir noch ein wenig Jerusalem erkunden.

Nach einem leckeren Frühstück ging es dann bei schönstem Wetter die 60km nach Jerusalem, wo wir gegen 9 Uhr ankamen. Parkplatz direkt am Jaffagate gefunden und ab in den Trubel der Altstadt.
 
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Wobei heute war es sehr angenehm, es war nicht so viel los. Dann ging es kreuz und quer durch die Altstadt, kurz mal die Grabeskirche angesehen, die als eines der größten Heiligtümer des Christentums zählt. An dieser Stelle soll Jesus damals gekreuzigt worden sein. Wer etwas Warten mag, kann auch die Grabeskapelle im Inneren der Kirche besichtigen oder am Eingang den Salbungsstein berühren.
 
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Dann ging es mehr oder weniger rückwärts den Leidesweg Jesu entlang, die Via Dolorosa hinunter. Wer mag, kann sich ein Holzkreuz ausleihen und dieses von der ersten bis zur letzten Station des Leidensweges schleppen. Wer nicht mag, schaut sich das Spektakel einfach an und denkt sich seinen Teil dazu.
 
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Weiter ging es nun zu einem bedeutenden Ort der Juden, der Klagemauer. Um dort hinzukommen, muss man eine Sicherheitskontrolle passieren. Die Mauer ist in eine Männer und eine Frauenseite unterteilt. Wer nahe an die Mauer treten möchte, der muss eine Kopfbedeckung tragen. Die Juden lesen dort aus der hebräischen Bibel und stecken Zettel mit ihren Wünschen in die Mauer, einmal im Monat werden nachts die Zettel entfernt und auf dem Ölberg beerdigt. Wer nicht persönlich vorbeikommen kann, kann dem Rabbinat eine Email oder ein Fax schicken.
 
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Weiter ging es ein paar Stufen hinauf und wir hatten einen schönen Blick über die Klagemauer auf den Felsendom und die Al Aqsa Moschee. Durch das Gassengewirr ging es dann langsam wieder Richtung Auto.
 
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Da noch etwas Zeit war, beschlossen wir noch Yad Vashem - zu Deutsch „Denkmal und Name“ -, die Holocaustgedenkstätte zu besuchen. Nach einer eher unfreiwilligen Rundfahrt durch Jerusalem, die Ausschilderung von Orten ist in Israel wirklich schlecht, kamen wir etwa 90 Minuten vor Schließung dort an.
 
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Zunächst schauten wir uns die Halle der Erinnerung an, dort brennt die Gedenkflamme für die Opfer und auf dem Boden stehen die Namen der größten Konzentrationslager.
 
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Danach kurz in das Holocaust Art Museum geschaut und dann durch den Hintereingang ins Geschichtsmuseum, welches architektonisch wirklich beeindruckend ist. Leider blieb kaum noch Zeit hier etwas anzusehen. Es lohnt sich aber sehr.
 
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Im letzten Raum des Museums, der Halle der Namen, sind Gedenkblätter von allen Opfern des nationalsozialistischen Massenmords archiviert.
 
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Danach ging es dann wieder Richtung Ausgang. Der Besuch von Yad Vashem war schon irgendwie bedrückend und hat mich ein wenig traurig und nachdenklich gemacht, Schuldgefühle hatte ich nicht, nur die Hoffnung, dass es nie wieder zu einer solchen Grausamkeit kommt.
 
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Nach einer kurzen Pause ging es noch ein wenig mit dem Auto durch Jerusalem, zuerst zur Knesset, und dann wollten wir eigentlich noch einmal vom Ölberg einen Blick auf den Tempelberg werfen.
 
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Durch muslimisches Wohngebiet kamen wir unserem Ziel dann auch näher, gar nicht allzu weit vor uns lag die Schutzmauer, die Israel vom Palästinensergebiet trennt.
 
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Vom Ölberg aus hat man einen schönen Blick auf die Altstadt und sieht erstmal, wie hügelig es hier wirklich ist. Bevor es zurück nach Tel Aviv ging, noch einen kurzen Toilettenstopp an einer Tankstelle. Der Tankwart brachte den Schlüssel für die Damentoilette, die Bekannte schloss auf, ließ den Schlüssel draußen stecken und machte die Tür zu. Wir scherzten, dass wir ja mal abschließen könnten. Wir warteten und warteten, irgendwann merkten wir, dass es keinen Türgriff gab ab und an die Tür zitterte und Zehen unter der Tür vorschauten, also die Arme befreit und dann ab nach Tel Aviv.
 
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Vor dem Abendessen machte ich noch einen Strandspaziergang und genoss die Ruhe dort. Ich liebe es einfach mal am Meer zu sitzen, das Rauschen zu hören und die Gedanken schweifen zu lassen. Dann ging es nach Jaffa, das Lokal, wo wir eigentlich hinwollten, hatte wegen Sabbat leider zu. Die Alternative war eher ein Reinfall. Danach zurück ins Hotel und noch aufm Balkon einen Gute-Nacht-Trunk genehmigt bevor es ins Bett ging.
 
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Am Samstag erstmal ausgeschlafen und nach dem Frühstück ein wenig an den Strand gegangen, leider nicht ganz so schönes Wetter wie tags zuvor aber ließ sich super aushalten. Auch zum Baden war es noch warm genug. Am Nachmittag dann den einen Bekannten zum Airport gebracht und danach nochmal nach Jaffa gefahren. Dort ein wenig den restaurierten Teil der Stadt auf dem Hügel angeschaut, wirklich ganz nett dort.
 
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Es gibt eine Brücke, wo die Sternzeichen abgebildet sind, diese muss man berühren und gleichzeitig aufs Meer schauen, dann sollen Wünsche in Erfüllung gehen, mal sehen, ob es so ist.
 
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Zurück zum Hotel und noch ein wenig dort in der Gegend herum gelaufen, unter anderem ein wenig auf der Dizengoff und Sheinkin Straße. Dann kurz ins Hotel zurück und danach zum Abendessen, wir wollten unser Glück nochmal in Jaffa versuchen. Aber wieder Pech, wobei es heute noch schlimmer kommen sollte. Statt wieder im Hotel zu parken, einen netten Parkplatz an rot-weißem Bordstein genommen, merke: absolutes Halteverbot. Dann ein wirklich nettes Lokal mit toller Aussicht gefunden, das Essen war preiswert und lecker. Als wir dann wieder zum Auto wollten, war es nicht mehr da. Abgeschleppt. Zum Glück war es nur ein 15 Minuten Fußweg zum Parkplatz, 260 Schekel ärmer (etwas mehr als 50 Euro) hatten wir dann den Wagen wieder. Das Knöllchen selber muss innerhalb von 2 Monaten bei einer Post gezahlt werden, keine Ahnung, ob das inzwischen passiert ist, kostet nochmal etwa 50 Euro. Tagesabschluss wieder auf dem Balkon, muss ja ausgenutzt werden, dass man noch wunderbar draußen sitzen kann.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen wurde ich dann wieder zum Flughafen gebracht und war knapp 3 Stunden vor Abflug dort, hat gereicht um die ausführliche Sicherheitskontrolle 80 Minuten lang über sich ergehen zu lassen. Schon zu Beginn gleich aussortiert worden, da ich Individualreisender war. Wurde alles Mögliche gefragt, wieso, weshalb, warum Israel. Wo war ich, wann war ich da, hab ich Eintrittskarten, Stadtpläne, kenne ich Leute, was habe ich fotografiert und so weiter und so fort. Zwischendurch immer wieder kurze Unterbrechungen, wo man sich dann beraten hat. War auch nicht wirklich hilfreich, dass meine Hotelrechnung nicht auf meinen Namen ausgestellt war und dazu mehr Nächte aufwies als ich dort war, klar, hatte ja mein Zimmer geteilt. Irgendwann war die Fragerei beendet, nun ging es zur eigentlichen Sicherheitskontrolle. Erstmal komplett das Gepäck geröntgt, danach dann alles auspacken dürfen und selbst der letzte Winkel wurde auf Sprengstoffspuren untersucht. Alles doppelt und dreifach. Nun war also auch mein Gepäck für sicher befunden, fehlte nur noch ich selbst. Durfte dann mit in einen extra Raum gehen, dort erstmal alles lose ablegen, das wurde wohl geröntgt. Dann wurde ich abgetastet, sehr gründlich, danach mit dem Metalldetektor geschaut, ob irgendwo noch metallische Sachen versteckt sind. Natürlich piepste es beim Reißverschluss der Jeans. Mein Kontrolleur verschwand und kam mit einem Herrn in Anzug wieder, der baute sich vor mir auf, entschuldigte sich für das nun kommende und bat mich die Jeans runterzulassen. Nun gut, also Hose runter und mit dem Metalldetektor zwischen den Beinen rumfummeln lassen. Zum Glück kein weiteres "Piep". Fragt sich, was bei einem Intimpiercing macht, wenn es dann weiterhin piept. Da nun auch ich sicher war, durfte ich mich wieder anziehen, mein Gepäck holen und unter Aufsicht einchecken. Wurde dann zur Sicherheitskontrolle gebracht und durfte durch den Personaleingang, da ich ja schon ausgiebigst geprüft war. Immerhin. Dann noch 20 Minuten an der Passkontrolle angestanden und durch war ich. Hab mich dann die restliche Zeit ans Gate gesetzt.

Zurück ging es diesmal nach Köln, Einsteigen begann pünktlich aber mal wieder stundenlanges Warten bis es vorwärts ging. Diesmal recht hoher Anteil an Russen im Flieger. Flugzeit war mit 4:15 Stunden berechnet. Essen gab es diesmal koscheres Hühnchen, mit Kuchen und Brot. Hat nicht geschmeckt.
 
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Der Flug zog sich irgendwie in die Länge. Überpünktlich in Köln gelandet, Passkontrolle ging ebenfalls sehr schnell und mein Koffer kreiste schon. War zur eigentlichen Ankunftszeit schon aus dem Sicherheitsbereich und auf dem Weg zur S-Bahn.

Erst noch eine Nacht in Köln ins Hotel und dann am nächsten Morgen gemütlich nach Hause. Die 2,5 Nächte haben sich wirklich gelohnt, denn es war sehr interessant mal zu sehen, wie man in Israel so lebt.

Alle Bilder aus Israel gibt er hier >>klick<<.